Datenschutz aus München

Sicher surfen – made in Munich

Zahlreiche Neuerungen im Browser Google Chrome geben Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten und sorgen dafür, dass man kein Sicherheitsexperte sein muss, um sicher im Internet zu surfen. Maßgeblich dafür verantwortlich: ein Team des Google Safety Engineering Center (GSEC) in München

„Wenn ich eine Website besuche, schaue ich mir immer zuerst an, welche Datenschutzeinstellungen dem Nutzer geboten werden“, sagt Martin Šrámek, Softwareentwickler in Googles globalem Zentrum für Sicherheit im Internet, dem Google Safety Engineering Center in München, kurz GSEC. Datenschutz ist sowohl sein berufliches Spezialgebiet als auch sein persönliches Anliegen. „Es fühlt sich einfach richtig an“, sagt er mit Blick auf seinen Job. Ihm ist es wichtig, dass Daten sicher sind und dass jeder weiß und entscheiden kann, was mit den eigenen Informationen im Internet geschieht.

Deshalb fühlt sich auch sein jüngstes Projekt für Šrámek richtig an. Er war technischer Leiter eines Teams, das sich intensiv mit Datenschutz und Sicherheit im Internet-Browser Google Chrome befasste und dabei zwei Ziele verfolgte: die entsprechenden Einstellungen übersichtlicher und verständlicher zu machen und die Sicherheit beim Surfen mit neuen Funktionen zu erhöhen. Dabei herausgekommen sind elementare, ab Ende Mai 2020 nach und nach ausgerollte Veränderungen. Den Nutzern stehen neue Tools und Features zur Verfügung, darunter ein integrierter „Sicherheitscheck“, ein besonders abgesicherter „Erweiterter Safe Browsing“-Modus und das standardmäßige Blockieren von Drittanbieter-Cookies im Inkognitomodus.

Ebenso wie Martin Šrámek hat Audrey An, die im Januar von San Francisco nach München zog, entscheidenden Anteil an der Umsetzung des Chrome-Updates. Während Šrámek für die technischen Details verantwortlich ist, blickt sie als Produktmanagerin mit den Augen normaler Anwender auf das Thema – wobei es den einen typischen Anwender gar nicht gibt, wie An betont: „Google Chrome wird von den unterschiedlichsten Menschen in aller Welt genutzt, von Technologiebegeisterten über Durchschnittsbürger bis hin zu Menschen, die mit Technik so gar nichts am Hut haben – das ist eine Herausforderung.“ Deshalb führten Mitglieder des Münchner Teams Umfragen mit mehr als 5000 Menschen in verschiedenen Ländern durch, darunter Deutschland, Indien und die USA. Sie wollten direkt erfahren, wie die Anwender erste Versionen der Änderungen annahmen. Auch das Projektteam selbst war übrigens sehr international aufgestellt: Neben der gebürtigen Chinesin An und dem Slowaken Šrámek gehörten dazu auch Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich, den USA, Australien und Russland.

»Google Chrome kann nur vor gefährlichen Webseiten warnen, wenn der Browser weiß, welche Seiten jemand besucht«

Martin Šrámek, Softwareentwickler GSEC München

„Vielen Menschen ist Datenschutz sehr wichtig“, erklärt Martin Šrámek mit Blick auf die Marktforschung. „Und manche fragen sich, warum ein Browser wie Chrome überhaupt Daten erfasst.“ Wie die anderen in seinem Team nimmt er diese Frage sehr ernst und verweist auf die Abwägung zwischen Datenschutz, Sicherheit und Komfort, die man in der digitalen Welt häufig treffen müsse. Mithilfe von Informationen der Nutzer werde das Browsen personalisiert und anwenderfreundlich – aber auch sicherer. „Google Chrome kann nur vor gefährlichen Webseiten warnen, wenn der Browser weiß, welche Seiten jemand besucht“, nennt Šrámek ein sehr simples Beispiel. Für ihn ist es entscheidend, dass die Nutzer diese Abwägung für die vielen Funktionen, die Google Chrome bietet, selbst treffen können. In den Browsereinstellungen ist das schon lange möglich, allerdings musste man sich dafür durch längere Listen mit eher knappen Erklärungen arbeiten.

Das hat sich mit der Neugestaltung der Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen nun deutlich verändert. Sie sind auf den ersten Blick im Bereich Einstellungen zu sehen, wurden neu sortiert und in einer Weise gestaltet, die sie für alle Nutzer leicht zugänglich macht. „Wir verwenden eine einfachere Sprache und setzen häufiger Illustrationen ein“, erklärt Audrey An.

Einstellungen zu Datenschutz und Sicherheit

Unter anderem lassen sich in den Einstellungen jetzt Cookies leichter verwalten. Das sind Informationen zu besuchten Webseiten, die beispielsweise das Abspeichern eines Einkaufswagens im Online-Shop ermöglichen. Mit einem Klick können Anwender festlegen, ob sie zum Beispiel alle Cookies zulassen möchten oder die von Drittanbietern blockieren wollen. Sie können auch Cookies für ganz bestimmte Webseiten erlauben oder verbieten. Standardmäßig ist hier seit der Neugestaltung voreingestellt, dass Drittanbieter-Cookies im sogenannten Inkognitomodus gesperrt sind.

Cookies und andere Websitedaten

Die Neugestaltung umfasst auch die Website-Einstellungen, die nun klar in zwei Bereiche gegliedert sind. Im oberen Teil lassen sich die Berechtigungen verwalten, etwa ob eine Seite auf Kamera und Mikrofon des Computers zugreifen oder dem Anwender regelmäßig Mitteilungen senden darf. Der untere Teil betrifft die Inhalte von Webseiten und steuert beispielsweise, ob diese JavaScript oder Flash ausführen dürfen.

Website-Einstellungen

Neben der optischen und inhaltlichen Umgestaltung profitieren Chrome-Nutzer auch von einigen neuen Funktionen. Fragt man Audrey An nach ihrem persönlichen Favoriten unter den Neuerungen, dann nennt sie den Sicherheitscheck in Chrome. Mit diesem Feature, das in der linken Menüspalte erscheint, sobald man die Chrome-Einstellungen öffnet, können Anwender mit einem Klick überprüfen, ob sie ausreichend vor Datenpannen und schädlichen Erweiterungen geschützt sind. Der Sicherheitscheck kontrolliert, ob die aktuellste Version des Browsers – und damit diejenige mit den neuesten Sicherheits-Updates – genutzt wird und rät zu einer Aktualisierung, falls das nicht der Fall ist. Er warnt den Anwender, falls eines der in Chrome gespeicherten Passwörter gehackt worden sein sollte, und prüft, ob Safe Browsing aktiviert ist, der Standardschutz für sicheres Surfen mit Google Chrome. Außerdem nimmt der Sicherheitscheck die Browsererweiterungen der Anwender unter die Lupe und erklärt, wie sich etwaige schädliche Erweiterungen entfernen lassen.

Sicherheitscheck

Unter den weiteren neuen Funktionen findet sich auch Šrámeks Favorit: die neuen Safe-Browsing-Einstellungen. Neben dem bisherigen Standardschutz bietet Chrome jetzt auch Erweitertes Safe Browsing. Anwender können selbst entscheiden, ob sie die neue Option verwenden wollen. Sie schützt noch vorausschauender und stärker an den individuellen Nutzer angepasst vor Phishing, Schadprogrammen und anderen Gefahren aus dem Internet. Die neue Funktion überprüft zum Beispiel proaktiv, ob Webseiten oder Downloads gefährlich sein könnten, indem sie Informationen darüber an Google Safe Browsing schickt.

»Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Nutzer von Chrome zu schützen«

Audrey An, Produktmanagerin GSEC München

Eine weitere neue Funktionalität, die dem Schutz der eigenen Daten im Internet dient, heißt DNS over HTTPS. Sie sorgt dafür, dass nicht nur die Aktivitäten auf einer Webseite verschlüsselt und damit vor Einblicken von außen geschützt sind (HTTPS), sondern dass auch verborgen bleibt, welche Webseiten die Anwender besuchen. Letzteres ist vor allem an Orten mit öffentlichem WLAN relevant und funktioniert, wenn der DNS-Server, mit dem sich der Nutzer verbindet, die Funktion unterstützt.

Für Audrey An, Martin Šrámek und die übrigen Teammitglieder im Münchner GSEC und an anderen Standorten endet die Arbeit an Datenschutz und Sicherheit im Chrome-Browser nicht mit dem Launch der Neuerungen. „Wir beobachten natürlich, ob alles wie geplant funktioniert und wie die Neugestaltung angenommen wird“, erklärt Šrámek, „damit wir wenn nötig schnell reagieren können.“ Als Nächstes hat das Projektteam ähnliche Verbesserungen für die mobile Version von Google Chrome im Visier. Eine wichtige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass in Entwicklungsländern Smartphones für viele Menschen den einzigen Zugang zum Internet bilden. „Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Nutzer von Chrome zu schützen“, betont Audrey An.

Fotos: Patrick Frost/iStockphoto.com, Privat (2)

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